Die Mondfinsternis am 28. August 2026 und eine Finsternisfamilie, die seit 1521 durch die Geschichte wandert
Manchmal taucht ein Thema nicht auf, weil wir es gesucht haben, sondern weil es uns findet.
So ging es mir mit Lunar Saros 138.
Nachdem ich mich tiefer mit der totalen Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 und ihrer Familie Solar Saros 126 beschäftigt hatte, wurde mir klar: Diese Geschichte ist nicht vollständig, wenn wir die zweite Finsternis dieses Paares ausklammern.
Denn nur 16 Tage später, am 28. August 2026, folgt die Mondfinsternis.
Und auch sie gehört nicht einfach nur zu „irgendeiner Mondfinsternis“, sondern zu einer ganz bestimmten Familie:
Lunar Saros 138.
Je mehr ich darüber gelesen habe, desto faszinierender wurde es.
Denn während Saros 126 bereits eine alte Sonnenfamilie ist, deren totale Phase sich ihrem Ende nähert, steht Saros 138 an einem ganz anderen Punkt ihres Lebenszyklus.
Diese Familie wächst.
Sie tritt immer tiefer in den Schatten ein.
Und genau das macht sie symbolisch so spannend.
Was ist Lunar Saros 138?
Der Begriff Saros beschreibt zunächst einen astronomischen Zusammenhang.
Nach etwa 18 Jahren, 11 Tagen und 8 Stunden kehren Sonne, Erde, Mond und Mondknoten wieder in eine sehr ähnliche geometrische Konstellation zurück. Dadurch entsteht eine Finsternis, die einer früheren Finsternis innerhalb derselben Serie stark ähnelt.
So entstehen Saros-Familien – also Finsternisreihen, die sich über viele Jahrhunderte entwickeln.
Bei Mondfinsternissen gilt dasselbe Prinzip wie bei Sonnenfinsternissen:
Eine Finsternis ist nie nur ein Einzelereignis.
Sie ist Teil einer Linie.
Teil einer Familie.
Teil einer langen, sich fortsetzenden Struktur.
Und die Mondfinsternis vom 28. August 2026 gehört zu genau einer solchen Linie:
Lunar Saros 138.
Die Geburt von Saros 138
Lunar Saros 138 wurde am
15. Oktober 1521
geboren.
Damals war sie noch keine partielle und erst recht keine totale Mondfinsternis.
Sie begann als eine kleine Halbschattenfinsternis.
Das bedeutet: Der Mond trat damals nur in den äußeren Schattenbereich der Erde ein, aber noch nicht in den dunklen Kernschatten.
Mit anderen Worten:
Diese Familie begann fast unsichtbar.
Und genau das ist der erste Schlüssel, wenn wir ihre Symbolik verstehen wollen.
Denn Saros 138 startet nicht mit einem großen dramatischen Ereignis am Himmel.
Sie beginnt leise.
Randständig.
Kaum sichtbar.
Fast wie eine Ahnung.
Ihre gesamte Lebensdauer beträgt ungefähr 1.460 Jahre. Sie umfasst 82 Mondfinsternisse und endet erst am
30. März 2982.
Damit ist sie eine ausgesprochen lange Finsternisfamilie.
Und wir erleben heute erst ihren mittleren Entwicklungsbogen.
Auch Mondfinsternisfamilien haben Lebensphasen
Was mich an Saros 138 besonders fasziniert hat, ist ihre klare Entwicklung.
Die NASA beschreibt für diese Familie folgenden Ablauf:
- 22 Halbschattenfinsternisse
- 7 partielle Mondfinsternisse
- 26 totale Mondfinsternisse
- 6 partielle Mondfinsternisse
- 21 Halbschattenfinsternisse
Das heißt:
Diese Familie beginnt ganz zart im Halbschatten.
Dann kommt sie allmählich tiefer in die Umbra – also in den Kernschatten der Erde.
Erst dann wird sie partiell.
Später total.
Und erst viele Jahrhunderte später zieht sie sich wieder aus dieser Zone zurück.
Das ist mehr als nur Astronomie.
Es ist fast ein Bild für Entwicklung selbst:
Etwas ist zunächst nur angedeutet.
Dann wird es immer deutlicher.
Dann vollkommen sichtbar.
Und irgendwann zieht es sich wieder zurück.
Jahrhunderte lang fast unsichtbar
Und hier wird Saros 138 richtig spannend.
Von 1521 bis 1900 blieb diese Familie ausschließlich im Halbschatten.
Sie war da.
Aber sie war noch nicht im Kernschatten angekommen.
Astronomisch kann man das sehr präzise beobachten:
- 1882 war sie noch halbschattig
- 1900 ebenfalls – allerdings schon ganz nah an der Grenze
- 1918 wurde sie zum ersten Mal partiell
Das bedeutet:
1918 ist für Saros 138 ein echter Wendepunkt.
Denn hier betritt diese Familie zum ersten Mal den Kernschatten.
Sie ist nicht länger nur „eine Ahnung“.
Sie wird sichtbar.
Nicht vollständig.
Aber deutlich.
Und genau diese erste partielle Mondfinsternis fand statt am
24. Juni 1918.
1918 – der Eintritt in den Kernschatten
Am 24. Juni 1918 wurde Lunar Saros 138 zum ersten Mal partiell.
Nur 16 Tage vorher, am 8. Juni 1918, fand die totale Sonnenfinsternis von Solar Saros 126 statt.
Und damit taucht das Paar auf, das uns auch 2026 wieder begegnet:
- 8. Juni 1918 – Solar Saros 126
- 24. Juni 1918 – Lunar Saros 138
und
- 12. August 2026 – Solar Saros 126
- 28. August 2026 – Lunar Saros 138
Das ist kein loses Gedankenspiel, sondern eine reale astronomische Wiederkehr desselben Finsternispaares – sechs Saros-Zyklen später.
1918 war ein Jahr weltgeschichtlicher Brüche: der Erste Weltkrieg näherte sich seinem Ende, politische Ordnungen verschoben sich, und die Influenza-Pandemie breitete sich weltweit aus.
Natürlich bedeutet das nicht, dass Saros 138 diese Ereignisse verursacht hätte.
Aber die Symbolik dieser Familie an genau diesem Punkt ihres Lebenszyklus ist bemerkenswert:
Etwas tritt zum ersten Mal aus dem Halbschatten in den eigentlichen Schatten ein.
Etwas wird erstmals deutlich erkennbar.
Etwas, das vorher eher latent war, tritt in eine neue Sichtbarkeit.
Die Entwicklung nach 1918
Von da an wächst Saros 138 weiter.
Die partiellen Mondfinsternisse dieser Familie dringen in den folgenden Jahrhunderten immer tiefer in den Kernschatten ein.
Ein paar Stationen zeigen das besonders klar:
- 1918 – erste partielle Finsternis
- 1936 – tiefer
- 1954 – tiefer
- 1972 – bereits mehr als die Hälfte des Monddurchmessers im Kernschatten
- 1990 – noch tiefer
- 2008 – über 80 Prozent
- 2026 – fast vollständig
Hier zeigt sich also ein richtiger Reifungsprozess.
Während Solar Saros 126 sich langsam dem Ende seiner totalen Phase nähert, wächst Lunar Saros 138 weiter auf ihren großen nächsten Schritt zu.
Und genau deshalb ist 2026 so bedeutsam.
2026 – die größte partielle Mondfinsternis dieser ganzen Familie
Die Mondfinsternis am 28. August 2026 ist nicht einfach irgendeine partielle Mondfinsternis dieser Serie.
Sie ist:
die größte partielle Mondfinsternis der gesamten Geschichte von Lunar Saros 138.
Die NASA gibt für sie eine umbrale Magnitude von 0,9299 an.
Vereinfacht bedeutet das:
Fast 93 Prozent des Monddurchmessers liegen im Kernschatten der Erde.
Mehr partielle Finsternis geht in dieser Familie nicht mehr.
2026 markiert also den äußersten Rand vor einem Übergang.
Und dieser Übergang kommt am
7. September 2044.
Dann wird Lunar Saros 138 zum ersten Mal total.
2044 – der Sprung in die Totalität
Am 7. September 2044 überschreitet Saros 138 die Schwelle.
Zum ersten Mal liegt dann der gesamte Mond im Kernschatten der Erde.
Das ist astronomisch ein echter Meilenstein.
Nach Jahrhunderten der Annäherung im Halbschatten und nach mehreren partiellen Finsternissen wird die Familie dann erstmals vollständig total.
Die erste Totalität dauert noch relativ kurz – ungefähr 34 Minuten.
Aber sie markiert einen grundlegenden Übergang.
Und genau dieser Übergang ist es, der 2026 so besonders macht.
Denn 2026 ist nicht nur eine weitere Mondfinsternis.
2026 ist die Schwelle vor der Totalität.
Etwas nähert sich seinem vollständigen Sichtbarwerden.
Und genau hier verbindet sich 138 mit 126
Je tiefer ich mich mit beiden Familien beschäftigt habe, desto erstaunlicher fand ich dieses Gegenüber:
Solar Saros 126
- wurde 1179 geboren
- ist alt
- befindet sich in ihrer totalen Phase am Ende
- 2026 ist ihre vorletzte totale Sonnenfinsternis
- 2044 ist ihre letzte totale Sonnenfinsternis
Lunar Saros 138
- wurde 1521 geboren
- ist jünger
- befindet sich noch vor ihrer totalen Phase
- 2026 ist ihre größte partielle Mondfinsternis
- 2044 ist ihre erste totale Mondfinsternis
Das heißt:
2044 legt die eine Familie ihre Krone ab, während die andere sie aufsetzt.
Und 2026 stehen wir unmittelbar davor.
Dieses Bild finde ich astronomisch und symbolisch gleichermaßen wunderschön.
Historische Resonanzen – worum scheint es bei 138 zu gehen?
Wenn ich mir die bisherigen Stationen dieser Familie ansehe, sehe ich nicht in erster Linie eine Serie von „Katastrophenjahren“.
Das wäre mir zu platt.
Was ich eher wahrnehme, ist ein wiederkehrendes Motiv:
Was lange im Schatten lag, tritt immer stärker ins Sichtbare.
Bei einer Mondfinsternis liegt die Symbolik ohnehin näher am Verdeckten, Inneren, Emotionalen, Unbewussten und an jenen Dingen, die nicht sofort offen sichtbar sind.
Und bei Saros 138 kommt noch ihre eigene Entwicklung dazu:
Sie kommt von einer kaum sichtbaren Halbschattenfamilie und bewegt sich über Jahrhunderte immer tiefer in die vollständige Verdunkelung hinein.
Das lässt mich fragen:
- Welche Wahrheiten lassen sich nicht länger halb verstecken?
- Welche kollektiven Themen drängen immer deutlicher ins Bewusstsein?
- Welche inneren Prozesse werden sichtbar, obwohl wir sie lange nicht anschauen wollten?
- Welche Schatteninhalte möchten endlich erkannt werden?
Natürlich ist das keine astronomische Aussage, sondern eine symbolische und astrologische Deutung.
Aber genau darin liegt für mich die eigentliche Kraft dieser Familie.
Nicht darin, Angst zu machen.
Sondern darin, eine präzise Frage zu stellen.
Und was sagt Bernadette Brady dazu?
Hier ist eine wichtige Unterscheidung nötig.
Bernadette Brady hat mit ihren Arbeiten zu Saros-Familien einen sehr bekannten astrologischen Zugang geprägt – vor allem für solare Finsternisfamilien.
Bei Lunar Saros 138 wird es jedoch komplizierter.
Denn Brady hat selbst erklärt, dass sie die lunar Saros series anders beziehungsweise eigenständiger betrachten wollte als die bekannten solaren Saros-Familien. Das heißt:
Für Lunar Saros 138 gibt es keine so klar veröffentlichte, allgemein zitierte Brady-Deutung wie bei Solar Saros 126 / 10 South.
Das ist wichtig, weil online sehr viel durcheinandergeworfen wird.
Wenn irgendwo steht „Brady sagt zu Saros 138 …“, muss man sehr genau prüfen:
Geht es um Solar Saros 138 oder um Lunar Saros 138?
Das sind zwei völlig unterschiedliche Familien.
Für mich bedeutet das:
Ich möchte Brady hier nicht etwas in den Mund legen, was so nicht sauber veröffentlicht vorliegt.
Aber ihr grundsätzlicher Ansatz – nämlich Finsternisfamilien als Entwicklungsstränge mit einer Art eigener Signatur zu betrachten – ist für das Verständnis von 138 trotzdem hilfreich.
Was ich bei 138 sehe
Wenn ich versuche, Lunar Saros 138 in einem Satz zu beschreiben, würde ich sagen:
Saros 138 erzählt von dem, was lange im Schatten lag und sich Schritt für Schritt der vollständigen Sichtbarkeit nähert.
Diese Familie wirkt auf mich nicht wie eine Linie von plötzlichem Zusammenbruch.
Dafür steht 126 stärker.
138 wirkt auf mich eher wie:
- Annäherung
- Verdichtung
- Enthüllung
- zunehmende Sichtbarkeit
- das langsame Unmöglichwerden von Verdrängung
Nicht im Sinn von „alles wird schlimm“.
Sondern im Sinn von:
Etwas kann nicht länger nur halb gesehen werden.
Es möchte erkannt werden.
Die Mondfinsternis am 28. August 2026
Und damit sind wir in der Gegenwart.
Am 28. August 2026 erleben wir diese größte partielle Mondfinsternis von Saros 138.
Sie ist fast total.
Aber eben noch nicht ganz.
Und genau darin liegt ihre Kraft.
Denn manchmal ist die Schwelle selbst der entscheidende Ort.
Noch ist nicht alles vollständig im Schatten.
Noch ist nicht alles vollständig sichtbar.
Aber wir können nicht mehr so tun, als sei da nichts.
Vielleicht liegt genau darin der Impuls dieser Finsternis:
Nicht sofort alles aufzulösen.
Nicht sofort jede Antwort zu haben.
Nicht sofort zu wissen, wie die neue Ordnung aussieht.
Sondern anzuerkennen:
Das Verdeckte ist nicht mehr unsichtbar.
Was bedeutet das für uns persönlich?
Wenn ich diese Finsternis nicht als Weltuntergangsdramaturgie, sondern als Impuls lese, dann stellt sie mir andere Fragen:
- Was zeigt sich mir gerade, obwohl ich es lange übersehen habe?
- Welches innere Thema liegt nicht mehr nur im Halbschatten?
- Welche Wahrheit ist nicht mehr bereit, verborgen zu bleiben?
- Wo bin ich eingeladen, tiefer hinzusehen?
- Was nähert sich in mir einer Form von Ganzwerdung, gerade weil ich nicht länger daran vorbeischaue?
Und vielleicht ist das genau das Spannende an dieser Familie:
Sie zwingt nicht zum Aktionismus.
Sie lädt zur Ehrlichkeit ein.
Saros 138 und der Schatten
Wenn wir astrologisch oder psychologisch über Schatten sprechen, meinen wir oft nicht nur das Dunkle im negativen Sinn.
Der Schatten enthält nicht nur Angst, Schmerz oder Verdrängung.
Er enthält oft auch:
- ungelebte Kraft
- unterdrückte Wahrheit
- verborgene Sehnsucht
- vergessene Lebendigkeit
- nicht gelebte Anteile unseres Wesens
Vielleicht bedeutet der Weg von Saros 138 deshalb nicht nur:
„Etwas Problematisches wird sichtbar.“
Vielleicht bedeutet er auch:
Etwas Wertvolles, das lange im Verborgenen lag, will endlich vollständig erkannt werden.
Das finde ich eine viel schönere und stärkere Lesart.
2026 als Schwelle
2026 steht genau vor einem astronomischen Übergang.
Nicht im Sinn von:
„Jetzt passiert automatisch etwas Großes.“
Sondern im Sinn von:
„Der Zyklus steht an einer Übergangsstelle.“
Und diese Übergangsstelle ist unübersehbar.
2026 ist die tiefste partielle Finsternis dieser Familie.
2044 wird sie total.
Das heißt:
Wir stehen jetzt an der Schwelle zwischen fast sichtbar und vollständig sichtbar.
Und vielleicht ist das auch die entscheidende Frage für uns selbst:
Was ist in meinem Leben nicht länger bereit, im Schatten zu bleiben?
Meine Fragen an dich
Was zeigt sich dir gerade deutlicher als noch vor einigen Jahren?
Welches Gefühl, welches Thema oder welche Wahrheit klopft an, obwohl du es lange nicht anschauen wolltest?
Wo ist in deinem Leben etwas „fast sichtbar“, aber noch nicht vollständig anerkannt?
Und was würde geschehen, wenn du nicht gegen diese Sichtbarkeit kämpfst, sondern sie willkommen heißt?
Vielleicht ist das die eigentliche Einladung von Lunar Saros 138:
Nicht alles sofort lösen zu müssen.
Aber bereit zu sein, das zu sehen, was sich zeigt.
Saros 138 – vom Halbschatten zur Wahrheit
Für mich erzählt diese Finsternisfamilie eine wunderschöne, stille und zugleich kraftvolle Geschichte.
Sie beginnt unscheinbar.
Sie wächst über Jahrhunderte.
Sie tritt 1918 zum ersten Mal in den Kernschatten ein.
Sie erreicht 2026 ihre größte partielle Intensität.
Und sie wird 2044 erstmals total.
Das ist kein Beweis für Schicksal.
Aber es ist ein starkes Bild.
Und vielleicht ist genau das manchmal genug.
Nicht alles muss bewiesen werden, um uns zu berühren.
Manches darf uns einfach daran erinnern, dass auch wir Zyklen leben.
Dass Wahrheiten Zeit brauchen.
Dass das Unsichtbare nicht für immer verborgen bleibt.
Und dass eine Schwelle nicht weniger bedeutsam ist als ihr eigentlicher Durchbruch.
Am 28. August 2026 erleben wir die größte partielle Mondfinsternis von Lunar Saros 138.
Vielleicht lautet ihre Botschaft nicht:
„Fürchte dich vor dem Schatten.“
Vielleicht lautet sie eher:
„Schau hin.
Was du sehen sollst, ist längst auf dem Weg ins Licht.“**
Sandra | CreativeWitch
