Löwentor 2026: Die alte Haut abstreifen – bevor etwas Neues beginnt

Es gibt Zeiten, in denen wir spüren, dass etwas in Bewegung geraten ist, lange bevor wir wissen, wohin es uns führen wird.

Der August 2026 fühlt sich für mich genau so an.

Wir stehen mitten in einer Zeit des Übergangs. Alte Themen zeigen sich noch einmal. Beziehungen, Gedanken, Gewohnheiten oder Vorstellungen, die lange funktioniert haben, passen plötzlich nicht mehr. Gleichzeitig ist das Neue vielleicht noch gar nicht vollständig sichtbar.

Und genau zwischen diesen beiden Welten liegt am 8. August das sogenannte Löwentor – 8/8.

Vier Tage später, am 12. August 2026, folgt eine totale Sonnenfinsternis. Die Totalität verläuft unter anderem über Grönland, Island und Nordspanien; in großen Teilen Europas ist die Finsternis partiell zu sehen.

Für mich macht gerade diese Nähe das Löwentor 2026 besonders spannend.

Nicht, weil uns am 8. August plötzlich ein kosmisches Tor geöffnet wird, durch das wir nur hindurchgehen müssen.

Sondern weil es ein wunderbares Symbol für eine sehr menschliche Frage ist:

Was muss ich hinter mir lassen, damit ich überhaupt Platz für das Neue habe?

Was ist das Löwentor eigentlich?

In der heutigen spirituellen Astrologie wird der 8. August – 8/8 – als Löwentor oder Lion’s Gate bezeichnet. Verbunden wird dieser Tag mit der Löwe-Zeit, Sirius und der numerologischen Bedeutung der Acht. Themen wie Selbstverwirklichung, Sichtbarkeit, Transformation und das bewusste Setzen einer neuen Ausrichtung stehen dabei im Mittelpunkt.

Dabei ist mir eine Unterscheidung wichtig:

Das heutige 8/8-Löwentor ist eine moderne spirituelle Deutung.

Es ist nicht so, dass am 8. August jedes Jahr ein astronomisches Tor aufgeht oder Sirius exakt an diesem Tag ein einmaliges kosmisches Ereignis erzeugt.

Aber hinter der modernen Symbolik steckt tatsächlich eine sehr alte Geschichte.

Und die führt uns nach Ägypten.

Sirius – der Stern, der die Rückkehr ankündigte

Sirius ist der hellste Stern unseres Nachthimmels.

Für die alten Ägypter hatte er eine besondere Bedeutung. Sein sogenannter heliakischer Aufgang – also sein erstes sichtbares Erscheinen am Morgenhimmel nach einer Zeit der Unsichtbarkeit – war eng mit Kalender, Jahresbeginn und der Zeit der Nilüberschwemmung verbunden. Historische und astronomische Forschungen zeigen, wie wichtig die Beobachtung von Sirius für die ägyptische Zeitrechnung war.

Und dieses Bild finde ich viel stärker als jede Vorstellung eines magischen Schalters am 8.8.

Denn Sirius verschwindet.

Und Sirius kehrt zurück.

Etwas wird unsichtbar.

Etwas erscheint wieder.

Ein Zyklus endet.

Ein neuer beginnt.

Die Verbindung zwischen Sirius und dem Nil bedeutete außerdem etwas sehr Konkretes: Wasser, Fruchtbarkeit, Versorgung, neues Leben.

Die Landschaft wurde überflutet – und genau daraus entstand später wieder Wachstum.

Vielleicht ist das eine der schönsten Metaphern für Veränderung überhaupt:

Manchmal muss das Alte erst überschwemmt werden, damit auf demselben Boden etwas Neues wachsen kann.

Wichtig ist allerdings: Der heliakische Aufgang des Sirius hängt von Ort, Epoche und Beobachtungsbedingungen ab. Man kann deshalb die altägyptische Sirius-Tradition nicht einfach historisch mit unserem heutigen 8. August gleichsetzen.

Für mich schmälert das die Symbolik überhaupt nicht.

Im Gegenteil.

Wir müssen keinen Mythos zur naturwissenschaftlichen Tatsache erklären, damit er eine Bedeutung für uns haben darf.

8/8 – warum die Acht so gut zu dieser Zeit passt

Und dann ist da natürlich noch die Acht.

Die Acht trägt bereits in ihrer Form ein faszinierendes Bild.

Drehen wir sie auf die Seite, entsteht die liegende Acht:

Unendlichkeit.

Kreislauf.

Ende und Anfang.

Das eine geht in das andere über.

Und ausgerechnet der 8.8.2026 besitzt noch eine kleine numerologische Besonderheit:

8 + 8 + 2 + 0 + 2 + 6 = 26
2 + 6 = 8

Damit entsteht in einer einfachen Quersummen-Deutung noch einmal eine starke Acht-Symbolik.

Aber auch hier geht es für mich nicht darum, einer Zahl eine magische Macht zuzuschreiben.

Interessanter ist die Frage:

Was löst dieses Symbol in mir aus?

Denn manchmal brauchen wir einen Zeitpunkt, ein Ritual oder ein Bild, um eine Entscheidung sichtbar zu machen, die innerlich längst gefallen ist.

Die Schlange und das Feuerpferd

Für mein eigenes Löwentor 2026 begleiten mich zwei Bilder ganz besonders:

die Schlange und das Pferd.

Die Schlange häutet sich.

Sie diskutiert nicht tagelang mit ihrer alten Haut.

Sie fragt nicht:

„War sie vielleicht doch ganz schön?“

„Sollte ich sie sicherheitshalber aufheben?“

„Was ist, wenn ich die neue Haut nicht mag?“

Sie lässt sie zurück.

Und genau deshalb liebe ich diesen Satz:

Die Schlange zieht die alte Haut aus. Das Pferd wartet nicht daneben und zieht sie wieder an.

Das Pferd steht für mich für Bewegung.

Für Freiheit.

Für diesen Moment, in dem wir nicht mehr nur wissen, was wir eigentlich wollen – sondern anfangen, danach zu handeln.

Und vielleicht ist genau das die Herausforderung des Loslassens:

Wir können sehr lange erkennen, analysieren und verstehen.

Aber irgendwann müssen wir gehen.

Bevor wir manifestieren, sollten wir vielleicht erst einmal aufräumen

Rund um das Löwentor wird viel von Manifestation gesprochen.

Was willst du erschaffen?

Was möchtest du anziehen?

Was soll in dein Leben kommen?

Ich finde diese Fragen schön.

Aber eine andere Frage interessiert mich vorher viel mehr:

Wo soll das Neue eigentlich hin, wenn noch alles voll mit dem Alten steht?

Deshalb habe ich für die Tage vor der Sonnenfinsternis am 12. August meine Loslass-Tage vom 6. bis 12. August gewählt.

Nicht sieben Tage lang „Universum, bring mir etwas“.

Sondern sieben Tage lang:

Schauen.

Erkennen.

Benennen.

Trennen.

Loslassen.

Und erst danach:

säen.

Denn der Neumond steht astrologisch traditionell für Beginn, Intention und einen neuen Zyklus. Die Sonnenfinsternis am 12. August 2026 findet tatsächlich bei Neumond statt, weil eine Sonnenfinsternis astronomisch nur entstehen kann, wenn der Mond zwischen Erde und Sonne steht.

Zwei Fragen für dein Löwentor

Wenn du diesen Tag für dich nutzen möchtest, musst du nichts Großes veranstalten.

Du brauchst keine zehn Kristalle.

Keinen perfekten Altar.

Kein Ritual für 88,88 Euro.

Du brauchst eigentlich nur Ehrlichkeit.

Frag dich:

Was halte ich noch fest, obwohl es mich längst belastet?

Vielleicht eine Beziehung.

Eine Vorstellung davon, wie jemand sein müsste.

Eine Freundschaft.

Einen Job.

Eine Abhängigkeit.

Eine alte Verletzung.

Eine Rolle.

Oder ein Bild von dir selbst, das längst nicht mehr stimmt.

Und dann kommt die unangenehmere Frage:

Welchem Konflikt gehe ich noch immer aus dem Weg, nur um die Harmonie zu bewahren?

Denn auch das kann Festhalten sein.

Wir nennen es Frieden.

Aber manchmal ist es Angst.

Wir nennen es Rücksicht.

Aber manchmal verlassen wir dafür uns selbst.

Löwe bedeutet nicht: Alle sollen mich anschauen

Auch die Löwe-Symbolik wird manchmal sehr oberflächlich verstanden.

Sichtbarkeit.

Bühne.

Applaus.

„Schau mich an.“

Aber vielleicht geht es in seiner reiferen Form um etwas anderes.

Nicht:

Seht ihr mich?

Sondern:

Ich sehe mich.

Ich weiß, was ich will.

Ich kenne meine Werte.

Ich weiß, was ich erschaffen möchte.

Und ich brauche nicht mehr von jedem Menschen die Erlaubnis dafür.

Das ist eine völlig andere Form von Sichtbarkeit.

Eine, die nicht aus Aufmerksamkeit entsteht.

Sondern aus Identität.

Und dann kommt der 12. August

Vielleicht ist deshalb die zeitliche Abfolge 2026 so schön:

Am 8. August steht für viele Menschen symbolisch das Löwentor.

Am 12. August folgt die totale Sonnenfinsternis.

Erst die Frage:

Was darf gehen?

Und dann:

Was möchte entstehen?

Das ist auch der Gedanke hinter meinen Loslass-Tagen.

Nicht einfach etwas wegwerfen.

Sondern bewusst einen Raum schaffen.

Denn Loslassen ohne Richtung kann sich leer anfühlen.

Aber Loslassen mit einer bewussten Entscheidung dahinter bedeutet:

Ich weiß, warum ich Platz mache.

Vielleicht ist das das eigentliche Löwentor

Vielleicht gibt es gar kein Tor irgendwo dort oben.

Vielleicht entsteht es genau hier.

In dem Moment, in dem wir aufhören, dieselbe Geschichte immer wieder zu erzählen.

In dem Moment, in dem wir eine Grenze setzen.

In dem Moment, in dem wir einen alten Gedanken bemerken und sagen:

Danke.

Du hast mich lange begleitet.

Vielleicht hast du mich sogar einmal beschützt.

Aber ich brauche dich heute nicht mehr.

Und dann gehen wir.

Nicht weil wir genau wissen, was danach kommt.

Sondern weil wir endlich wissen, was wir nicht mehr mitnehmen wollen.

Meine Frage an dich zum Löwentor 2026:

Welche alte Haut möchtest du nicht noch einmal anziehen – nur weil das Neue sich noch ungewohnt anfühlt?

Vielleicht beginnt genau dort dein nächster Zyklus.

Sandra | CreativeWitch

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